Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter

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Vom Rhein nach Italien. Auf den Spuren der Grand Tour im 19. Jahrhundert
01.12.2019 - 26.04.2020

Ausstellung

Beschreibung

Im 19. Jahrhundert erlebte das Reisen eine große Blüte. Gesellschaftliche Veränderungen und die moderne Technik der Dampfschifffahrt oder der Eisenbahn erleichterten das Reisen und ermöglichten es jetzt auch breiten Bevölkerungsteilen, die Reise über die Alpen nach Italien anzutreten.

Waren es bis Ende des 18. Jahrhunderts vor allem Mitglieder des Adels, die auf ihrer mehrjährigen Grand Tour durch ganz Europa unterschiedliche Staatsformen, wichtige Persönlichkeiten ihrer Zeit und fremde Sprachen kennenlernen wollten, folgten ihnen bald auch Künstler auf der Suche nach Inspiration und Weiterbildung. Sie lockten mit ihren Ansichten ferner Landschaften und klassischer Bauten eine immer größer werdende Schar von Reisenden aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten in die Ferne.

Die Ausstellung folgt den Spuren dieser späten Grand Tour vom Rheinland aus, das mit seinen pittoresken Burgen und steilen Rheinufern eine romantische Ausgangskulisse bot. Gemälde, Aquarelle und Grafiken veranschaulichen die einzelnen Stationen vom Rhein über die Schweiz, Oberitalien bis nach Florenz und Rom oder Neapel und Capri – eine Reise, die Anfang des Jahrhunderts noch mehrere Wochen dauerte, während um 1870 bereits zwei Tage genügten, um von München nach Rom zu gelangen.

Werke von Malern der Düsseldorfer Malerschule wie den Brüdern Achenbach oder Johann Wilhelm Schirmer verdeutlichen die nachhaltige Wirkung, die das südliche Licht und die italienische Landschaft auf ihr späteres künstlerisches Schaffen hatten. Gezeigt werden neben zahlreichen Gemälden aus Museen und Privatsammlungen auch Skizzenbücher und Briefe, in denen die Künstler ihre oftmals überwältigenden Eindrücke schilderten.

Einen besonderen Schwerpunkt innerhalb der Ausstellung bildet dabei die Künstlerreise von Franz Ittenbach aus Königswinter, der sich 1839 bis 1842 als Vorbereitung zur Ausmalung der St. Apollinariskirche in Remagen in Italien aufhielt.

Die Ausstellung präsentiert mit Reisebüchern und wissenschaftlichen Werken zur römischen Antike oder Archäologie die Lektüre der Reisenden, zeigt zugleich aber auch die praktischen Vorbereitungen einer Reise im 19. Jahrhundert. Fahrpläne und Karten für Schiffe, Kutschen oder Bahnen zeigen die Routen der Reisenden und verdeutlichen, wie genau die einzelnen Reiseetappen geplant werden mussten. Karikaturen aus einer Privatsammlung illustrieren die Schwierigkeiten des Reisens und die Gefahren, die unterwegs lauerten.

Zum Reisegepäck gehörten neben Bekleidung Schreibutensilien, Besteck und ein gut ausgestattetes Reisenecessaire mit Körperpflege- und Arzneimitteln. Auch die verschiedenen Währungen mussten bedacht werden.

Auf der Rückreise kamen Souvenirs hinzu: Kleine Nachbildungen antiker Ruinen oder Skulpturen hielten genauso wie gedruckte Ansichten die Erinnerung an die Reise in den Süden wach.

Link zur Ausstellung:

www.siebengebirgsmuseum.de/

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